Mit einem kleinen Bericht in einer Modellzeitschrift begann 1979 die alljährliche Pilgerfahrt zum heiligen Berg, der Wasserkuppe, in der Rhön. Damals noch mit von Papa geliehenem Wagen, fuhren zwei Flugbegeisterte inkl. Modelle, wenig Gepäck, aber teilweise mit Karte (diese flog während der Fahrt aus dem Fenster) gen Süden. 

Wie die damaligen Autos so waren, waren sie meist nicht sonderlich motorisiert und daher auch nicht besonders schnell. Dementsprechend dauerte die Fahrt lange und an den Steigungen der Kasseler Berge überholte dann ein Lkw nach dem anderen. Doch damit nicht genug, hinter der nächsten Biegung der Autobahn, hinter der nächsten Kuppe musste sie doch kommen, die Wasserkuppe, aber sie ließ, Motorisierung sei Dank, dadurch einen großen Spannungsbogen aufbauen. 

Endlich angekommen wurde logischerweise die Lage sondiert, alles anders, alles neu, als man es bisher kannte. Man staunte nicht schlecht, was es hier bereits alles gab und weclher rege Flugbetrieb hier herrschte. Trotzdem wurden die Flieger ihrem Element übergeben. Die Sucht zum Hang hatte die beiden nun gepackt und so konnte es nicht anders sein, als dass es im nächsten Jahr und den Folgejahren wieder zur Wasserkuppe ging. 

Zwar waren es nun in den Jahren danach die eigenen Autos, die sich die Kasseler Berge sich hochquälten und sich von Lkw's überholen lassen mussten, aber die Zahl der Pilger wuchs stetig an. 1980 schon 4 Personen, wurden es danach immer mehr. In den ersten Jahren, bis weit in die 90er hinein, wurde recht spartanisch im Zelt genächtigt, später stieg man doch etwas komfortabler in verschiedene Ferienwohnungen in der Umgebung ab. 


2019 jährte sich das Pilgern nun zum 40. Mal und mit Helmut war immer noch der Leser des Berichts aus 1979 und damit die Initialzündung der Wasserkuppenfahrten dabei. Von seinem und unserem Enthusiasmus gepackt, fuhr erstmalig unser jüngstes Mitglied Timon mit. Er hatte seine Eltern so begeistert, dass sie für einen Tag, trotz vollem Terminkalender mit ihm hin und zurück fuhren, nur damit er dabei sein kann. Zudem konnten wir auch einen Vereinsfreund aus Emsbüren anstecken. Bei gutem, aber kaltem Wetter kamen wir (deutlich schneller als damals und wir haben die Lkw's überholt) auf der Wasserkuppe an. Gepäck aus dem Auto und schnell auf's Zimmer im Hotel Deutscher Flieger gebracht, danach ab zu Gustav und die obligatorische Thüringer zum Mittagessen vertilgt.

Jetzt erstmal Lage sondieren, woher kommt der Wind? Aus Ost, also ab ins Auto und mit den Modellen auf dem Rücken oder in der Hand auf den Himmeldunkberg klettern. Nach einem gefühlten Aufstieg zum Matterhorn kamen wir oben (nach leichtem Umweg) auf dem Berg an. Erstmal kurz verschnaufen. Eine Wanderhütte mit Flüssignahrung ist zum Glück nicht weit weg und kann ggfs. (ganz sicher) angesteuert werden. Flieger, wenn noch nicht unten am Parkplatz gemacht, aufbauen und ab geht das Spiel mit der Hangkante. Für uns allein konnten wir dort an diesem Tag schöne Flüge machen und der Folgetag versprach noch besseres, und vor allem wärmeres Wetter. Das morgendliche Frühstück konnte bereits nach draußen auf die Terrasse des Hotels verlagert werden und das Wetter hielt, was es versprach. Zwar ging es auch wieder auf den Himmeldunkberg, aber diesmal kannten wir ja den Weg und kamen deutlich entspannter an. Flieger raus und fliegen was das Zeug hält.  

Am dritten und letzten Tag hatte sich der Wind gedreht und wir konnten doch noch auf der Wasserkuppe unsere Flieger am Hang entlang sausen lassen und die diesjährige Fahrt mit herrlichen Flügen beenden. Vor der Abfahrt noch eine (oder je nach Person) auch mehrere Thüringer verdrückt und nun hieß es die Heimreise antreten. Ein herrliches Wochenende ging zu Ende, aber die nächste Fahrt kommt bestimmt. Auf die nächsten 40 Jahre!


Die diesjährige Truppe


Bereitmachen zum Start


Alpina an der Hangkante


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